Fotografien
Wandmalerei Ostwand Parzival LebensalterzyklusFotoarchiv HL Papier 1929Fotoarchiv Hansestadt Lübeck
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Stammdaten
- Bildbeschreibung
- Dreizonige Wand: unten schablonierte rote Rauten auf grauem Grund, in der Mitte Zyklus der Lebensalter (?), oben Bildzyklus zur Parzivalgeschichte; Der Zyklus begann etwa in 3 m Höhe und reichte bis an die Decke. Er setzte mit Rücksicht auf einen Mauerversprung etwa 1 m rechts der Nordostecke an der Ostwand ein und endet an der Nordwand; der nördliche Bereich der Ostwand bis zum Mauerversprung war bemalt mit einem zusätzlichen Rundbild (Simon, der den Löwen zerreißt). Dieses Medaillon war um die Ecke herum gebrochen. Rechts daneben bis zum Beginn des Zyklus eine Lücke. Parzivalzyklus in Kreismedaillons, Durchmesser 75 cm: Beschreibung nach Burmeister, 1932, 119-20: 1. Vom ersten Rundbild nur noch ein kleines Segment erhalten. Darstellung nicht mehr erkennbar; möglicherweise die Geburt Parzivals. 2. "Links sitzt auf einem Stuhl Herzeloide, die Mutter Parzivals, im roten Mantel und weißer Haube Rechts von ihr steht Parzival, barfuß, in graubraunem Narrenkleid mit Kappe." 3. "Parzival, bekleidet wie im vorigen Bilde, jagt, nach rechts laufend, ein vor ihm herlaufendes Wild." 4. "Links kniet Parzival vor einem von rechts herankommenden Reiter, der hinter sich auf dem Rücken des Pferdes eine Frau mitführt." 5. "Herzeloide, links mit gesenktem Haupte stehend, entläßt den auf einem weißen Pferde nach rechts abreitenden Parzival, der sich nach ihr umwendet. Neben seinem Kopf wird sein Bogen sichtbar." 6. "Parzival, der in das Zelt der Fürstin Jeschute eingedrungen ist, entreißt ihr gewaltsam Fingerring und Spange. Rechts sitzt die Fürstin auf einem Stuhl, Parzval, von links kommend, tritt mit seinem rechten Fuß gegen die sitzende Frau. Ganz links steht, halb sichtbar, sein Pferd. Über der Szene ein rotweiß gestreiftes Zeltdach." 7. "Parzival, der von links (immer im Sinne der nach rechts fortschreitenden Erzählung) heranreitet, verhandelt mit dem Fährmann des rechts auf lebhaften Wellen sichtbaren Kahns; er gibt ihm Jeschutes Spange als Fährlohn." 8. "Parzival, wieder von links heranreitend, begrüßt die Tafelrunde des Königs Artus, die zur Rechten durch eine gedeckte Tafel dargestellt ist, an der zwei Männer mit Fürstenhüten sitzen." - "Hier tritt die große Lücke in dem Befunde ein. Die größere Hälfte der Bilder (Südwand, Westwand und ein größerer Teil der Nordwand) fehlt; vom Schluß des Zyklus sind folgende Darstellungen auf der Nordwand aufgedeckt worden." - (Der größte Teil ist verloren) "Zwei geharnischte Ritter zu Roß im Zweikampf. Es ist offenbar der Kampf Parzivals mit seinem Halbbruder Feirefiß." - "Zwei Ritter in friedlichem Nebeneinander, links eine Begleitfigur (leider fehlt auch hier die obere Hälfte des Kreises). Wahrscheinlich ist das Erkennen der Brüder dargestellt." - (Schlußbild) "Die Erhöhung Parzivals. Nur als Fragment erhalten; man sieht ihn zur Linken sitzen, ein hohes Kelchglas, den Gral, in der Hand. Von einer rechts sitzenden, anscheinend Parzival den Gral reichenden Gegenfigur waren nur noch Spuren des Kopfes und eines Unterarmes erhalten." Bemerkung: Burmeister vermutet eine Übereinstimmung zwischen dem Ende des Zyklus und dem Ende des Romans. Schirok weist jedoch darauf hin, daß bei Berücksichtigung der nicht mehr erhaltenen, möglicherweise aber bemalten Wandflächen und einer gleichbleibenden Erzähldichte diese Annahme Burmeisters unwahrscheinlich ist; am Schluss könne auch einer der Kämpfe im Artuslager dargestellt sein. In den Zwickelflächen zwischen den Kreismedaillons nach Burmeister: "Zwei Reihen von Halbkreisflächen kleineren Durchmessers, deren rote Grundfläche Tiergestalten, Fabelwesen und Vögel von hellgrauer Farbe füllen." Mit Lilien gefüllte Rauten, die sich nach oben und unten zu je zwei halbpalmettenartigen Dreiblättern verzweigen, verbinden die Kreise. Mittlere Zone: wohl Zyklus der Lebensalter des Menschen; in ehemals wahrscheinlich mehr Szenen, als erhalten waren. Schröder und Schirok gingen von ursprünglich 60 Szenen aus. Da die Westwand wegen der Fenster nicht oder nur sehr eingeschränkt bemalt gewesen sein konnte, erscheint diese Zahl jedoch zu hoch. Beschreibung nach Burmeister: - Die ersten Szenen sind zerstört; - "Der eben geborene Knabe erhält seinen Namen durch einen links im weißen Gewande stehenden Priester, der ein Buch in der Linken hält. Das Kind wird rechts von einer Frau getragen, hinter dieser steht eine Begleiterin." - "Der Knabe wird getauft. Links der Priester, der ihn über das kelchförmige Steinbecken hält; rechts ein Diener mit einem Handtuch." - "Die Mutter im roten Kleide sitzt spinnend neben der Wiege, in der ein Kind liegt." - "Die Mutter sitzt neben der Wiege, das stehende nackte Kind auf dem Schoß." - "Links sitzt die Mutter, das Kind an der Brust; sie neigt sich vor, um ein Kinderröckchen aus den Händen der von rechts herantretenden Dienerin in Empfang zu nehmen." - "Die Mutter sitzt, nach rechts gewandt, im Garten, das Kind hockt, an ihre Knie gelehnt, zu ihren Füßen. Die linke Hand der Mutter ruht auf dem Kopf des Kindes; rechts ein Baum." - "Die Mutter geht mit zwei Begleiterinnen nach rechts." - "Von links kommt die Mutter, von einer Dienerin gefolgt, zu einem weiß gekleideten Mönch, der sie vor einer Kapelle, in deren Tür ein Taufstein sichtbar ist, empfängt, wobei er lehrend die Hand erhebt." - "Auf einer langen Bank sitzt frontal die Mutter zwischen den beiden ihr tröstend und beratend zugewandten Begleiterinnen." - "Links sitzt die Mutter, die linke Hand leicht erhoben, rechts steht der bereits etwas größere Knabe, ein Spielzeug oder ein Gerät zum Gehenlernen in der Hand." - "Der stark gewachsene, schlanke Knabe im Walde oder Garten; links und rechts je ein Bäumchen. Einen kurzen Stab (?) mit beiden Händen fassend, schreitet er nach rechts." - "Eine Jünglingsgestalt, wohl wieder der Knabe, vor einem Bäumchen, unter dem er einen runden gelben Gegenstand, wohl eine Frucht, aufzuheben im Begriff steht." - "Der Jüngling, einen kleinen Hut auf dem Kopfe, in lebhafter Bewegung nach rechts gewendet, hinter ihm links ein Begleiter. Der Jüngling wirft, wie es scheint, mit einem becherförmigen Ding nach kegelförmigen, rechts am Boden stehenden Gegenständen, vielleicht eine Art Spiel." - "Links steht wahrscheinlich wieder der Jüngling, mit einer Keule nach links zum Schlage ausholend, rechts eine Begleitperson in unterweisender Geste." - "Der junge Mann kniet, einen hohen Hut auf dem Kopfe, zur linken Seite eines Turmes oder einer Tür, die ein rechts davon stehender, mit einer weißen, Kopf und Hals umschließende Kapuze bedeckter und ein Stäbchen in der Hand tragender Mann (jedoch kein Mönch) zu öffnen scheint." - "Auf einem nach rechts steil abfallenden Erdhügel steht ein Mann, nach rechts gewandt, mit geschlossener, durchgedrückter Beinstellung, vorgeknicktem Körper und geschlossen vorgehaltenen Armen, in der Stellung eines zum Absprung ins Wasser Bereiten. Hinter ihm der, wie stets, rotgekleidete Begleiter, die Hände in unbestimmter Geste hebend." - "Hierauf folgt die große Lücke, hinter welcher auf dem Rest der nördlichen Wand einige Schlußbilder der Erzählung erhalten sind": - "Ein nach rechts laufender, sich umblickender Hirsch." - "Ein Pilger mit Hut und Stab (dem der Hirsch den Weg gewiesen hat?) betritt die Kapelle eines Priesters, der am Altar, nach rechts gewandt, die Messe liest." - "Ein alter Mann (ebenso wie der Pilger des vorigen Bildes ist er vermutlich der Held der Geschichte) sitzt, nach rechts gewandt, auf einem Lehnstuhl vor einem offenen niedrigen Herde mit einem Rauchfang darüber; er stützt einen Fuß auf die Herdplatte und hebt die Hände wie im Gebet; auf dem Rauchfang hängen an einer Stange drei Hufeisen." - "Sterbeszene, sehr zerstört; eine Gestalt liegt auf einem Bett, eine andere reicht ihr die brennende Kerze." - "Das folgende Bild ist bis zur Unkenntlichkeit zerstört; es mögen noch zwei weitere gefolgt sein, die nicht erhalten sind."
- Datierung
- 1330–1350 (geschaetzt: 1330)
- Material, Technik
- Kalkmalerei auf grauem Grund
- Farbe
- Rostrot (Umrahmung der Kreise), Blau (Innenflächen), Grün (Grund außerhalb der Kreise), Rot (Halbkreise), Rotbraun (Arkatur des unte- ren Frieses), Graublau (Grund innerhalb der Bögen), Hellgrau (Zwickelflächen). Figürliche Darstellungen: Gelb, Rottöne,
- Zustand
- Verbleib
- Überliefert durch Burmeister. In der aufgedeckten Malerei (an der östlichen Längswand und an einem Teil der nördlichen Scheidewand) mehrere Fehlstellen (vertikaler Streifen von etwa einem Meter an der Ostwand nahe der Ecke, Streifen von etwa 70cm Breite
Verortung
- Adresse
- Dr.-Julius-Leber-Straße 18
- Haustyp
- Seitenflügel
- Ebene
- Erdgeschoss
- Raum
- unbekannt
- Lage im Raum
- "Der Raum war vermutlich an allen vier Seiten ausgemalt; aber beim Abbruch des Hauses 1929 waren die ursprüngliche Süd- und die Westwand nicht mehr erhalten; Schicht 1: unterer Wandbereich; Schicht 2: mehrzonige Wandmalerei; an der nördlichen Scheidewand zwischen Vorderhaus und Flügel und an der östlichen Brandwand; Schicht 3 unbekannt; Schicht 4: über die gesamte Ostwand von der Ofenecke bis zur vermutlich damals eingezogenen Südwand und an der Nordwand der Nische" (HH 4, 395)
Objekt
- Objekttyp
- Wände (4)
- Schichttyp
- unbekannt
- Objektname
- Wände (4)
- Objektgroesse
- Raum: 415 cm Höhe, 840 cm Länge, 460 cm bzw. 440 cm Breite, nach einer Verkürzung. Schicht 2 im unteren Teil bis zu einer Höhe von 300cm eine teppichartige Malerei, darüber der Fries von 115cm Höhe.
- Zustand
- 1929 zerstört, vorher fotografiert und durch Wilhelm Boht in Wasserfarben kopiert. Kopien vor dem zweiten Weltkrieg im St. Annenmuseum, heute verschollen, Fotos im St. Annenmuseum.
- Freilegung
- freigelegt
- Entdeckungsjahr
- 1929
Iconclass
Eigenschaften
- Gliederung/Aufbau
- Fries, zusammengehörige Einzelbilder