Malerei (Schicht 2): Landschaften, vier Porträts

Große Petersgrube 29 · 1710

Stammdaten

Bildbeschreibung
Neun Fachen mit Bildfeldern, darin Landschaften (5) im Wechsel mit 4 Frauenfiguren vor Landschaftshintergrund, seitlich der Felder Akanthusranken; dargestellt ist eine Person in vier Szenen, Catharina Lefever (1681-1710), Nichte des verstorbenen Ehemanns der Auftraggeberin; Landschaften: Auf dem weißen Untergrund der Fachen querrechteckige Bildfelder mit ockerfarbener, seitlich konkaver Rahmung, innen mit breitem, außen mit schmalem schwarzen Begleitstrich; die gleiche Rahmung an den Seiten der Fachen zu den Balken hin 1. Landschaft mit Bäumen, Wassermühle und einem Bauern mit einem Sack, 2. Frau mit rotem Kleid hält in ihrer erhobenen Rechten eine Taschenuhr, rechts ein Kranich mit einem Stein in der erhobenen Kralle, dahinter ein Mann in einem kleinen Boot, 3. Landschaft mit abgeknickten, dürren Bäumen in der Mitte, rechts ein Mann auf einem Steg, links Angler, Häuser, 4. Frau in hellem Kleid und schwarzem Mantel mit rotem Besatz, mit Schoßhündchen in parkähnlicher Landschaft, 5. Landschaft mit herrschaftlichem Haus, auf einer Zugbrücke korbtragende Magd; links Dame mit Hut, Wassergraben mit Schwänen, 6. Frau mit rotem Kleid auf rotem Kissen (oder Gewand) sitzend, hält in der Rechten ein Blasrohr mit Seifenblase, in der Linken eine Schüssel mit Seifenwasser, links ein Blumenkorb, 7. Landschaft mit Bäumen am Weiher, am Ufer sitzender Mann, auf dem Wasser schwarzer Schwan, 8. Frau in rotem Kleid mit Früchtekorb, mit erhobenem Zeigefinger, mit ihrer Linken Daumen und Zeigefinger ringförmig zusammenhaltend; 9. Landschaft mit Bäumen und Wanderer Rechts und links der Bildfelder auf dem hellen Grund der Fachen dichte, volutenförmige, graue Akanthusranken mit großen braunen Blüten und z. T. auch Früchten, vom Bildfeld aus jeweils nach außen gerichtet, begleitet von zarten, braunen, langstieligen Blättchen und braunen Lorbeerzweigen mit Früchten; seitlich, entlang der Randstreifen, braune Heftschnur (in regelmäßigen Abständen kordelartig gedreht); in den Feldern mit den Frauenfiguren ist der Randstreifen an den Ecken eingezogen und die Ecke ist mit einer Blüte akzentuiert; Balken: Die Bemalung nur noch an den Seiten erkennbar: graublaue und rotbraune Akanthusranken (im Wechsel) auf weißem Grund, zur Balkenmitte fortgesetzt durch langstielige braune Blättchen und braunen Lorbeer mit Früchten, ockerfarbene Kanten mit schwarzem Begleitstrich; auf einem Balken "renovatum 1710" (kein Foto, nur schriftlich)
Datierung
1710
Material, Technik
Malerei auf Nadelholz; weißer Untergrund relativ dünn aufgetragen; ein zweiter Auftrag ergibt erst reines Weiß; Farben insgesamt unterschiedlich dick aufgetragen: das ergibt viele Farbnuancen
Farbe
Landschaften im Hintergrund alle in hellen bis sehr hellen Tönen, Kleidung in Krapplack, Zinnober und Orange
Verbleib
Vom 1. Obergeschoss ins 2. OG direkt darüber transloziert, Balken blieben am Platz

Verortung

Haustyp
Vorderhaus
Ebene
1. Obergeschoss
Raum
Rokokosaal - Rokokosaal
Lage im Raum
Raum 14

Objekt

Objekttyp
Deckenmalerei
Schichttyp
unbekannt
Objektname
Deckenmalerei
Objektgroesse
neun Fachen, 96 cm breit, 610 cm lang
Kommentar
heute von der Fensterseite aus zu betrachten die Balken selbst schon älter als 1710, mit älterer Fassung, da hier aber Nadelholzdielen verwendet wurden, wurden die Dielen 1710 nicht übermalt, sondern neu gefertigt
Zustand
restauriert; transloziert vom EG zum OG; heute im Raum genau darüber im 1. OG, Balken blieben am Platz, heute abgedeckt; durch die schmaleren Eisenträger bleiben die Auflageflächen der Bretter auf den Balken weitgehend als unbemaltes Holz sichtbar;
Entdeckungsjahr
1984

Historische Eigentuemer